Krankenkassen Kompakt

22 Krankenkassen stehen vor der Pleite

Nach dem mit der City BKK die erste Krankenkasse wegen drohender Insolvenz geschlossen werden muss, sind nun laut eines internen Arbeitspapieres des Bundesverbands der GKV 22 weitere Krankenkassen von einer Insolvenz bedroht. Das berichtet die Wirtschaftswoche in seiner aktuellen Ausgaben in Berufung auf auf interne Kreise.
Wenn es tatsächlich zu dieser Pleitewelle kommt, hätte es weitreichende Folgen für das gesamte Kassensystem. Zwar benannte der GKV Verband keine Namen der betroffenen Krankenkassen, allerdings seien dann ca. 28 von 72 Millionen Krankenversicherten betroffen.

Die IKK classic rettet die Vereinigte IKK

Nachdem der Verwaltungsrat der Vereinigten IKK erst am vergangenen Freitag beschlossen hatte, von den Versicherten einen Zusatzbeitrag in Höhe von 8,00 EUR zu verlangen, scheint nun doch die vorher schon angestrebte Fusion mit der IKK Classic ohne Zusatzbeitrag möglich zu werden.
Wenn die Rettung der Vereinigten IKK nicht gelingt, besteht die Gefahr einer weiteren Kassenpleite. Erst Anfang Mai mußte die City BKK Insolvenz anmelden. Die angekündigte Schließung belastet die anderen BKKs finanziell sehr stark. Diese Belastung wollen die IKKs nun offenbar vermeiden. Die Vereinigte IKK hatte Ende 2010 ein Defizit verbucht, und auch für das laufende Jahr droht ihr ein Minus.
Durch die Fusion entsteht die fünftgrößte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland. Der Verwaltungsrat der Vereinigten IKK wird das Angebot und die damit verknüpften Bedingungen der IKK Classic prüfen und im Juni wird über das Fusionsangebot beraten.

Vereinigte IKK beschließt 8 EUR Zusatzbeitrag

Die zweitgrößte deutsche IKK, die Vereinigte IKK, müsste wegen ihrer schlechten Finanzlage vorsorglich einen Zusatzbeitrag von 8,00 EUR pro Monat beschließen. Dies hat der Verwaltungsrat der IKK am 13.05.2011 entschieden. Allerdings verfolgt die IKK weiterhin alle strategischen Optionen, die einen Zusatzbeitrag doch noch zu verhindern können. Die Gespräche dazu dauern noch an. Die Spekulationen, wonach mit der Vereinigten IKK nach der City BKK die zweite Krankenkasse von der Schließung bedroht sei, hat der Verwaltungsrat aber dementiert.

Die Krankenkasse ist in finanziellen Schwierigkeiten, weil die Ausgaben 2010 höher waren als die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds. Sie begründet dies, weil der Kasse durch die große Präsenz in Ballungszentren sowie ein dichtes medizinisches Versorgungsnetz höhere Kosten im Vergleich zu anderen Kassen entstehen.

Den Versicherten- und Arbeitgebervertretern sei die Entscheidung nicht leicht gefallen. Die Vereinigte IKK ist mit rund 1,7 Millionen Versicherten die zweitgrößte Innungskrankenkasse Deutschlands.

Daniel Bahr ist neuer Gesundheitsminister

Heute Vormittag übergab Bundespräsident Christian Wulff Daniel Bahr im Schloss Bellevue seine Ernennungsurkunde zum Gesundheistminister. Bahr folgt auf Philipp Rösler, der zugleich zum Wirtschaftsminister ernannt wurde.

Der 34-Jährige Bahr gilt als politischer Vollprofi. Bekannt wurde er vor allem, als er im im vorigen Jahr beim großen Koalitionskrach die bayrische CSU als “Wildsau” bezeichnete. Bahr arbeitet schon seit Jahren im Gesundheitsressort und ist seit 2009 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium. Er wird zunächst da weitermachen, wo Rösler aufgehört hat. Das nächste große Projekt ist die Reform der Pflegeversicherung.

IKK classic würde die Vereinigten IKK unterstützen

In den letzten Tagen gab es Berichte, dass die Vereinigte IKK in Schieflage geraten ist. Da im Frühjahr die geplante Fusion mit der IKK Classic geplatzt ist, stellt sich nun die Frage, ob die IKK Classic zu einer Unterstützung der Vereinigten IKK bereit ist.

Dies kann klar mit ja beantwortet werden. Die IKK classic steht einer finanziellen Unterstützung der Vereinigten IKK aufgeschlossen gegenüber. IKK classic-Vorstandschef Gerd Ludwig sagte dazu, dass Voraussetzung für eine finanzielle Unterstützung ist, dass die Vereinigte IKK ein überzeugendes Konzept zur wirtschaftlichen Konsolidierung mittrage. Dazu zählen wirksame Sparanstrengungen, Erhebung eines angemessenen Zusatzbeitrags und die Beratung durch die Unterstützer-Kassen.

Ludwig betonte, dass die IKK classic in der Lage sei, sich mit einem deutlichen Anteil an einer Finanzhilfe zu beteiligen, ohne dass damit ihre eigene Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt wäre. „Auch im Fall einer substanziellen Hilfe für die Vereinigte IKK verfügt die IKK classic über umfangreiche Finanzreserven. Einen Zusatzbeitrag werden wir bis zum Jahr 2013 nicht benötigen.“

Vereinigte IKK bittet IKKs um Finanzhilfe ‎

Nach der Pleite der City BKK befindet sich nun auch die Vereinigte IKK  in finanziellen Nöten. Nach Informationen des „Tagesspiegels” verhandelt sie derzeit mit anderen IKKs  über eine Finanzhilfe.

Die Vereinigte IKK verfügt allerdings im Gegensatz zur City Bkk nach wie vor über ausreichende liquide Mittel und Vermögenswerte und sei noch eigenständig handlungsfähig. Außerdem wurden Maßnahmen wie die Verringerung der Arbeitszeit der Mitarbeiter getroffen.

Die Vereinigte IKK hat ca. 1,7 Mio. Versicherte und ist das Ergebnis mehrerer Fusionen. Am 01.01.2005 wurde sie bereits das erste mal gegründet durch die Fusion der IKK Westfalen und der IKK Bayern. Am 01.02.2009 verschand der Name zunächst wieder durch die Fusion der Vereinigten IKK mit der Signal Iduna BKK zur Signal Iduna IKK. Am 01.07.2010 schloss sich die Signal Iduna IKK mit der IKK Nordrhein zusammen und kehrte zum Namen Vereinigte IKK zurück.

Im März diesen Jahres solltes es zur Fusion der Vereinigten IKK mit der IKK Classic kommen. Die Fusion der beiden Innungskassen ist aber vom Verwaltungsrat der IKK Classic abgeblasen worden.

CITY BKK wird zum 01.07.2011 geschlossen

Das BVA hat am 04.05.2011 entschieden, dass die CITY BKK  geschlossen wird.

„Diese für die zum größten Teil langjährigen Versicherten und Mitarbeiter der Krankenkasse bedauerliche Entscheidung war unvermeidlich, da die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Krankenkasse nicht mehr auf Dauer gesichert ist. Ein von der City BKK vorgelegtes Sanierungskonzept hat insbesondere wegen der außerordentlich hohen Mitgliederabgänge im ersten Quartal 2011 leider nicht den erhofften Erfolg gebracht“, erklärte der Präsident des BVA Dr. Maximilian Gaßner.

Auch die rund 400 City BKK-Mitarbeiter sind von der Schließung der City BKK  betroffen. Ihnen wird nicht gekündigt, sondern das Arbeitsverhältnis werde beendet. Insgesamt waren 168.000 Versicherte in der BKK.

Die Abwicklung der Kasse wird ca. 150 Mio. EUR kosten. Das Geld müssen alle BKKs gemeinsam aufbringen. Derzeit verfügt das BKK- System über ein Vermögen von mehr als einer Milliarde EUR.

Für die Versicherten der CITY BKK besteht  kein Grund zur Sorge. Die Mitglieder können noch bis zu zwei Wochen nach der Schließung in eine andere Krankenkasse ihrer Wahl wechseln. Der neue Versicherungsschutz schließt sich nahtlos an den bisherigen an. Das Mitglied und ihre beitragsfrei mitversicherten Familienangehörigen sind ab dem 1. Tag nach der Schließung in der gewählten, neuen gesetzlichen Krankenkasse versichert und es besteht sofort ein Anspruch auf den gesamten Leistungskatalog.

Wählt ein Mitglied keine Krankenkasse oder lässt die Zwei-Wochen-Frist verstreichen, meldet der Arbeitgeber das Mitglied bei der Krankenkasse an, die vor der Mitgliedschaft bei der CITY BKK die Versicherung durchgeführt hat. Wenn diese nicht mehr zu ermitteln ist, wählt der Arbeitgeber eine neue Krankenkasse.

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