Krankenkassen Kompakt

21 Krankenkassen schließen bereits jetzt einen Zusatzbeitrag 2012 aus

Während einige Krankenkassen weiterhin in erheblichen finanziellen Schweirigkeiten sind, die sie nur durch die Erhebung von Zusatzbeiträgen ausgleichen können bzw. es bereits eine Insolvenz gegeben hat (City BKK) schließen andere aus, dass Sie 2012 einen Zusatzbeitrag erheben werden. Die hkk gerantiert Ihren Versicherten sogar, auch im Jahr 2012 eine Prämie auszuzahlen.
Folgende 21 Krankenkassen schließen jetzt schon einen Zusatzbeitrag für 2012 aus:

hkk
atlas BKK ahlmann
BKK Essanelle
BKK exklusiv
BKK Euregio
BKK Gildemeister Seidensticker
BKK Herkules
BKK Scheufelen
BKK VBU
BKK VDN
BKK WERRA-MEISSNER
BKK Dr. Oetker
BKK Herford Minden Ravensberg
Bergische Krankenkasse
BKK ALP plus
BKK firmus
BKK Mobil Oil
BKK vor Ort
Die Schwenninger Krankenkasse
IKK classic
Techniker Krankenkasse

Die City BKK muss die Zusatzbeiträge zurückzahlen

Erhebt eine Krankenkasse Zusatzbeiträge, muss sie deutlich auf das Sonderkündigungsrecht der Mitglieder hinweisen und nicht nur ein im Kleingedruckten verstecktes Gesetzeszitat erwähnen, wie es die City BKK bei der erstmaligen Erhebung der Zusatzbeiträge und der späteren Erhöhung dieser getan hat.

Die geht aus dem Urteil des Sozialgericht Berlin (S 73 KR 1635/10) hervor. Das Sozialgericht teilte mit, dass die insolvente City BKK die Zusatzbeiträge ihrer Mitglieder zu Unrecht eingezogen und nun das Geld zurückzahlen muss. Das Erhebung der Zusatzbeiträge war rechtswidrig, weil die BKK City ihre Mitglieder nicht ausreichend auf das damit verbundene Sonderkündigungsrecht hingewiesen habe. Die City BKK wird das Urteil anfechten. Sollte es aber Bestand haben, müssten die anderen BKKs die Rückzahlungen übernehmen. Die könnte einen zweistelligen Millionenbetrag ausmachen.

Geklagt hatte ein Rentner.

SECURVITA Krankenkasse nimmt gern Versicherte der City BKK auf

“Alle Versicherten der City BKK sind bei der SECURVITA Krankenkasse herzlich willkommen. Das war bislang so und soll hiermit noch einmal bekräftigt werden.” betronte SECURVITA-Vorstand Dr. Ellis Huber.

Damit schwimmt die SECURVITA Krankenkasse gegen den Strom vieler anderer Krankenkasse, die versuchen, die City- BKK- Versicherten, die sich auf Grund der Insolvenz eine neue Krankenkasse suchen müssen.
Huber macht die Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen für die prekäre Lage in der Branche verantwortlich. “Die Schuld an dem Desaster trägt das Bundesversicherungsamt.” Die Behörde, kurz BVA, verwaltet den Gesundheitsfonds und verteilt die Mitgliedsbeiträge in Höhe von jährlich rund 170 Mrd. Euro auf die Krankenkassen. Das Bonner Amt habe die Probleme der City BKK kommen sehen und es offenen Auges versäumt, einen geregelten Ablauf zu organisieren und die Verwaltung zu vereinfachen. “Das BVA verhöhnt die Gefühle der Menschen und treibt die Betroffenen in ein Dilemma.”

Der SECURVITA-Vorstand fordert die Bonner Behörde auf, sofort zu handeln und allen Krankenkassen schnellstmöglich die erhöhten Zuweisungen für die Neumitglieder von der City BKK zu zahlen. Derzeit überbrücken die Krankenkassen den Mitgliederzuwachs mit eigenen Mitteln und gehen für die hohen Krankheitskosten der ehemaligen City-BKK-Versicherten in Vorleistung. Nach jetziger Praxis überweist das BVA erst Monate nach dem Krankenkassenwechsel die dringend benötigten zusätzlichen Mittel für die Bezahlung von medizinischen Leistungen.

“Mindestens die so genannte risikoadjustierte Grundpauschale, die eine Kasse für jeden Versicherten vom BVA zugewiesen bekommt, muss unverzüglich und in unveränderter Höhe mit jedem City-BKK-Versicherten zu seiner neuen Kasse wandern”, fordert Huber. “Es darf keine monatelangen Verzögerungen geben.”

Nach Ansicht des SECURVITA-Vorstandes ist schon viel zu viel Zeit und Vertrauen verspielt worden. “Hätte das BVA diese leicht umzusetzende Maßnahme frühzeitig ergriffen, hätten viele Kassen gar nicht erst Panik vor Liquiditätsengpässen durch chronisch kranke Versicherte bekommen”, sagt Huber. “Das BVA hat es in der Hand, den Menschen zu helfen – statt ihnen zu schaden.” Huber verweist darauf, dass das Solidarsystem ins Wanken kommt, wenn nicht gehandelt wird.

Die SECURVITA ist eine der am stärksten wachsenden gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Derzeit zählt sie über 170.000 Versicherte. Im April 2011 wurde sie vom Wirtschaftsmagazin EURO zu „Deutschlands bester Krankenkasse“ gewählt.

hkk garantiert Prämienausschüttung bis Ende 2012

Die hkk hat letzte Woche ihren Jahresbericht 2010 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die hkk trotz der Ausschüttung der Beitragsprämie von 60 Euro je Mitglied das Jahr 2010 mit einem Überschuss von 24,3 Mio Euro abgeschlossen hat. „Die hkk erwirtschaftet einen hohen versicherungstechnischen Ertrag, weist niedrige Verwaltungskosten auf, ist schuldenfrei und erhält Zinsen aus einer vollen Finanzrücklage“, erklärte Vorstand Michael Lempe am vergangenen Freitag bei der Präsentation des Jahresberichts.

Als erste Krankenkasse garantiert die hkk eine weitere Ausschüttung der Beitragsprämie von 60 Euro an ihre Mitglieder bis Ende 2012. Damit wird sie auch im 4. Jahr in Folge die Prämie ausschütten.

Auch im Jahr 2011 geht der Vorstand Lempe von einem überdurchschnittlichen Kundenwachstum aus. Im Jahresdurchschnitt 2010 versicherte die hkk über 229 Tausend Mitglieder, einschließlich Familienangehörigen über 325 Tausend Versicherte. Die Familienquote liegt somit bei 42,1 %, was deutlich höher ist als der Bundesdurchschnitt von 35,9 %. Das Durchschnittsalter der Versicherten lag mit 39,5 Jahren erheblich unter dem GKV-Durchschnitt von 44,0 Jahren.
Die Preisvorteile der hkk werden nicht durch Abstriche bei der Leistungsqualität erzielt. Bei der Kundenzufriedenheit stand die hkk im Jahr 2011 bei allen Umfragen im Vergleich zu anderen Krankenkassen gut da.

Insbesondere in den Bereichen Prävention, Vorsorge und Haushaltshilfe, aber auch bei den Beratungsangeboten gehen die Leistungen der hkk deutlich über vorgeschriebene Standards hinaus.

pronova BKK prüft Fusion mit der BKK für Heilberufe

In den letzten Wochen wurde innerhalb des BKK-Systems nach einem möglichen Fusionspartner für die BKK für Heilberufe gesucht. Die pronova BKK hat hat nun unter Vorbehalt der Zustimmung des Verwaltungsrates ein vorläufiges Angebot zur Fusion mit der BKK für Heilberufe abgegeben. Eine mögliche Fusion wird abhängig von der Erfüllung bestimmter Bedingungen gemacht, unter anderen der finanziellen Unterstützung im Rahmen einer Fusionsbeihilfe durch das BKK-System. Bei einer angemessenen Unterstützung des BKK-Systems sieht sich die pronova BKK in der Lage, den rund 120.000 Versicherten der BKK für Heilberufe eine sichere und starke Krankenkassenzukunft anzubieten.

“Die pronova BKK erhebt keinen Zusatzbeitrag. Eine Fusion mit einer anderen BKK ist daher nur darstellbar, wenn auch nach einer Fusion die pronova BKK in 2012 keinen Zusatzbeitrag erheben muss”, betont Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK.

In den kommenden Wochen werden die noch laufenden Berechnungen abgeschlossenen. Sollten die Rahmenbedingungen zu einer Fusion erfüllt werden, entscheiden die Verwaltungsräte der Selbstverwaltung.

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