Krankenkassen Kompakt

Gesundheitsminister Daniel Bahr will die Krankenkassen dazu zwingen, eine Prämie auszuschütten

Die gesetzlichen Krankenkassen haben 10 Milliarden EUR an Überschüssen angesammelt. Außerdem liegen ca. 9,5 Milliarden EUR liegen beim Gesundheitsfonds. Allerdings profitieren die Versicherten davon kaum.
Gesundheitsminister Bahr hat deshalb schon mehrfach die Krankenkassen aufgefordert, die Möglichkeit zu nutzen, ihren Versicherten Prämien auszuzahlen. Bislang zahlen aber nur 10 Krankenkassen Prämien aus. Davon profitieren nur wenige Versicherte. Deshalb sprach er sich jetzt dafür aus, dass das Bundesversicherungsamt als Aufsichtsinstanz genauer hinsehen soll. Notfalls will er die Krankenkassen zwingen, Prämien auzuzahlen, wenn sie finanziell gut dastehen.  Über eine mögliche gesetzliche Verpflichtung der Krankenkassen berät derzeit die Koalition.

Prof. Dr. Norbert Klusen, der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse hält nichts von einer zwangsweisen Einführung von Prämienzahlungen. Im Interview mit dem Krankenkassenratgeber sagte er: “Krankenkassen sind Dienstleistungsunternehmen, die im harten Wettbewerb untereinander stehen. Glauben Sie mir: Zu sinnvollen Maßnahmen, die gut für die eigenen Kunden sind, muss man solche Unternehmen nicht zwingen. Wir sind nach Abwägung des Für und Wider zu der Auffassung gekommen, dass unsere Mitglieder von Beitragsstabilität mehr haben als von einer kleinen Prämie, die sie auch noch versteuern müssten. So können wir unseren Kunden in Aussicht stellen, bis einschließlich 2014 ohne Zusatzbeitrag auszukommen. Die gegenwärtige Diskussion zeigt, dass die Beitragshoheit bei den Krankenkassen wieder am besten aufgehoben wäre.”

Das vollständige Interview mit Prof. Dr. Klusen kann man hier einsehen.

DKV steigert ihre Beitragseinnahmen und die Zahl der Kunden

Die Deutsche Krankenversicherung (DKV) hat in einem Pressegespräch den Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2011 vorgestellt. Daraus geht verhor, dass die Beitragseinnahmen um 3,1 % auf 4,9 Mrd. EUR gestiegen sind. Die Zahl der Kunden wuchs um 34.000 auf nun 4,4 Mio. Menschen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die DKV eine moderat positive Entwicklung in einer für die PKV politisch schwierigen Zeit.

DKV-Chef Muth: „Die private Vollversicherung wird auch zukünftig in Deutschland gebraucht, denn sie setzt Maßstäbe in der medizinischen Versorgung und schützt künftige Generationen. Um damit weiterhin überzeugen
zu können, muss die PKV sich aber auch ihren Problemen stellen“.

Die DKV setzt auf die Devise „Privat für alle“. Egal ob Vollversicherung oder Ergänzungsversicherung – jeder Kunde soll nach seinen Wünschen ein passendes hochwertiges Angebot erhalten. Einige AOKs bieten die Zusatzversicherungen der DKV mit an. Es sind die AOK Nordost, die AOK Bremen/ Bremerhafen, die AOK Hessen, Die AOK Nordwest und die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland.

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